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Meine Entdeckungen im Juli: Der schöne Himbert aus Österreich und ein Pfälzer Chardonnay mit Biss.

Das Leben ist ein Tanz:  Himbeer-Secco mit nur 7,5 % Volumen Alkohol

Aufmerksam wurde ich auf den „schönen Himbert“ im Monatsmailing Juli von Jacques‘ Weindepot. Da stand:  „Inmitten der schönen Vulkanlandschaft der Steiermark hat Stefan auf seinem ´Genussgut´ …. ein eigenes Verfahren zur Herstellung von Beerenweinen entwickelt“ und dann wurde beschrieben, wie schwierig es ist, Himbeeren zum Gären zu bringen. Das machte mich neugierig. Also nichts wie hin und verkostet. Der Obstperlwein – so die korrekte Bezeichnung – duftet schon im Glas wie Himbeere pur, und zwar so intensiv, als läge ich mitten in einem Obstschälchen. Gut gekühlt schmeckt er dann wie ein schöner, trockener Prosecco mit Himbeer-Aroma. Toll: er hat nur halb so viel Alkohol! Kostenpunkt: € 7,95

 

Ein Pfälzer mit Biss: 2016 Chardonnay QbA Trocken – Weingut Gehrig

Diesen Wein hat mir ein lieber und geschätzter Kollege mitgebracht, weil er wusste, dass ich nur Weißwein trinke, gerne Chardonnay und diesen Weinblog gestartet habe. Er war neugierig, wie mir dieses Fläschchen wohl schmecken würde, da er ihn sehr ungewöhnlich fand – sowohl für einen Chardonnay als auch für einen deutschen Wein. Das hat mich dann so neugierig gemacht, dass ich die Flasche noch am selben Abend geöffnet habe, obwohl die optimale Trinktemperatur noch nicht erreicht war. Die ersten Schlucke eines neuen Weins trinke ich aber ganz gerne mal ein bisschen zu warm. Dann kommen die Aromen besser raus. Und ein Wein, der mir leicht gekühlt schon nicht schmeckt, wird dann durch das Runterkühlen auch nicht besser.

Von diesem Chardonnay war ich dann doch sehr überrascht.  Er riecht und schmeckt nicht „typisch“  – wenn man darunter fruchtig und säurearm versteht. Chardonnays werde ja oft mit „Apfel – und Zitrusaromen“ beschrieben. Manche sind sehr barriquelastig und daher oft zu intensiv und schwer.

Dieser Wein aus der Pfalz vereint das Beste am Chardonnay und vermeidet die weniger beliebten Extreme – außer extrem lecker zu sein ;-). Er ist trocken, sehr trocken. Schmeckt aber dennoch kräftig ohne schwer oder holzlastig zu sein. Auch fruchtig, aber nicht nach Honig oder exotischen Früchten, sondern nach Trauben (ja, Wein darf auch nach Trauben schmecken!). Ob der Wein im Holzfass war konnte ich nicht rausschmecken, habe es nur vermutet weil er so intensiv im Nachgeschmack war. Erst auf der Webseite des Winzers habe ich gelesen, dass er Barrique-Fässer und die Toasting-Methode einsetzt:  die Eichenfässer werden bei Herstellung oder Wiederverwendung erhitzt, dadurch gelangen Röstaromen ins Holz die auch an den in den Fässern gelagerten Wein abgegeben werden. Man schmeckt es bei diesem Wein aber nicht so deutlich raus wie bei vielen anderen Chardonnays. Das Weingut ist ein Familienbetrieb und das ist die Philosophie des Junior-Winzers Stephan Gehrig (Auszug aus der Webseite):

Ein guter Wein verkörpert für mich immer Lebensfreude. Seine Seele ist es, die den schönen Momenten im Leben erst die richtige Note – oder besser – das richtige Bukett gibt. Zum Beispiel ein gutes Essen, das Genießen einer Zigarre, das Lesen eines Buches, Kerzenlicht, ein Abend mit guten Bekannten oder einfach der Stille lauschen nach einem Arbeitstag. Wein entfaltet Gefühle, Wein sagt „Halt! Entspanne Dich, genieße, nimm Dir Zeit für Deine Freunde. Besinne Dich auf’s Leben“. Das ist Wein!

Ein Pfälzer mit Biss eben. 13 % Alkohol. Preis pro Flasche ca. € 8,90.

Meine Entdeckungen auf der WeinMünchen: Bananenwein und schwäbische Trüffelbutter!

 

Samstag, 25. März, München: Sonne, blauer Himmel, die ersten „Nackerten“ liegen bei 8 Grad an der Isar und ich bin auf dem Weg zur WeinMünchen auf der Praterinsel. Bereits um 15 Uhr herrscht großer Andrang und einige Besucher sind schon sehr beschwingt unterwegs.

Hier stellen hauptsächlich deutsche und österreichische Winzer ihren neuen Jahrgang 2016 vor, davon viele Familienbetriebe, deren Weine man nicht in der Vinothek findet. Es ist immer spannend, sich von diesen weniger omnipräsenten Winzern etwas über ihre Anbau– und Keller-Philosophie erzählen zu lassen und dabei deren Weine zu verkosten. Diesmal sprach mich die Beschreibung eines Chardonnay aus dem oberösterreichischen Weinviertel besonders an: „goldgelb, süßer, saftiger Duft nach reifen Bananen, exotisch und vollmundig am Gaumen, hält lange an“.

 

Und tatsächlich! Der Wein duftet nach Banane, Apfel, Honig und schmeckt dennoch wie ein typischer, trockener Chardonnay – kräftig und fruchtig, aber nicht süß oder künstlich aber mit einem Nachhall der Aromen, die man beim Schnuppern in die Nase bekommen hat. Sehr, sehr lecker – wenn man exotische Aromen im Chardonnay mag, so wie ich. Noch heute suche ich nach einem australischen Chardonnay, den ich mal bei Freunden in Birmingham trinken durfte, und der ganz intensiv nach Ananas duftete und schmeckte. Habe ihn leider nie mehr wiedergefunden. Dafür steht jetzt der Chardonnay 2016 von bei mir im Keller. Eckdaten: 13 % Alkohol, € 7,40 die Flasche und ab 12 Flaschen wurde als Messeangebot frei Haus geliefert.

Die Winzer, Familie Puhwein, heißen wirklich so! Egon Puhwein widmet sich im idyllischen Weinort Mailberg im nördlichen Weinviertel in Oberöster-reich bereits in der dritten Generation der Faszination Wein. Aus einem

gemischten landwirtschaftlichen Betrieb führte Egon Puhwein es zu einem Weingut mit Spitzenweinen, die in den letzten 2. Jahrzehnten zahlreiche Auszeichnungen einheimsen konnte.

Sonstige Entdeckungen auf der WeinMünchen: Trüffelbutter und eine große Auswahl anderer Spezialitäten wie Parmesan mit richtig viel schwarzem Trüffel von der Trüffelmanufaktur aus Schwaben. Ich esse das supergerne gerade jetzt zum Spargel. Und als Nachtisch die süchtig machenden Mini-Gugelhupfs, die mich immer an das Eiskonfekt meiner Kindheit erinnern. Auch die findet man auf fast jeder Weinmesse von diversen Herstellern, auf der WeinMünchen war es Goufrais.